Unsere Gelübde

Die Gelübde sind ein paläo-christlicher Weg der Manifestation dessen, was es als in “Christus” getaufte Männer und Frauen bedeutet, auf eine fundamental neue Weise zu denken, zu fühlen und zu handeln. Wir drücken dies in unseren sieben Gelübden aus: Gastfreundschaft, Kollinearität, Armut, Selbstaufopferung, Selbsterziehung, Selbstbeobachtung, und Dienst an Anderen.

Gastfreundschaft ist die allgegenwärtige Bereitschaft, sowohl Gastgeber als auch Gast zu sein. Auf der fundamentalsten Ebene sind wir Gastgeber für den göttlichen Geist, und Gäste in der göttlichen Schöpfung. Eine solche Rolle ist mit einigen Verantwortungen verknüpft. Diese Verantwortungen drücken sich in unseren zwischenmenschlichen Interaktionen aus, als Gastgeber für Freunde und Fremde, und als äußerlich umsichtige Gäste.

Kollinearität bedeutet, dass wir alle in dieselbe Richtung gehen; wir sind gleichgerichtet und in Harmonie. In unserem Ziel und unserem Verständnis sind wir aus demselben Geist gemacht, unabhängig davon, wie unterschiedlich unsere Vergangenheit, Persönlichkeit und speziellen Gaben sind. Kollinearität bedeutet nicht eine erzwungene Einförmigkeit von Glaubensvorstellungen, sondern viel mehr ein gemeinsames Verständnis, das aus geteiltem Wissen, Erfahrung und Zielen kommt.

Armut ist die Abkehr von persönlicher Bereicherung und Besitztümern. Das bedeutet nicht, dass unsere Brüder und Schwestern nicht arbeiten, oder dass sie nicht arbeiten und Geld verdienen dürfen, oder dass sie keine persönlichen Gegenstände besitzen. Aber eine jede Arbeit wird primär für die Gemeinschaft verrichtet. Die verdienten Mittel werden für die Instandhaltung und Entwicklung der Gemeinschaft und ihrer Projekte verwendet. Armut ist eine praktische Anwendung des Lebens in Kommunion mit Christus, wo Besitztümer geteilt werden.

Selbstaufopferung ist die Handlung, wo dem eigenen Selbst gewisse Begierden verweigert werden, zugunsten von größeren und gemeinschaftlichen Zielen und Interessen. Selbstsüchtigkeit, Faulheit und Aktivitäten, die sich nicht an der Richtung der Gemeinschaft ausrichten, sind weder für die spirituelle Entwicklung des Individuums förderlich, noch für die allgemeine Wohlfahrt. Um spirituelle Geschenke zu erhalten, müssen wir oft persönliche Begierden ablegen.

Selbst-Erziehung ist der innere Antrieb, nicht nur soviel wie möglich über das Leben, die Welt und das Göttliche in all seinen Aspekten zu lernen. Es ist auch die innere Praxis der Trennung des Höheren von dem Niederen in uns selbst, sowie das Niedere dazu anzuleiten, in Konformität mit dem Höheren zu leben und zu handeln, und ihm damit eine neue Lebensweise zu lehren. Das ist ein persönlicher Prozess, der jedoch nur in Gemeinschaft verfolgt werden kann — durch Rückmeldung und Interaktion mit Anderen, die bereits dieses neue Leben führen.

Selbstbeobachtung ist die Ausübung von Aufmerksamkeit und Gewahrsein gegenüber sich selbst in der Umwelt. Ohne sie unterliegen wir leicht Gewohnheiten, unbewussten Worten und Taten, die oft von anderen Menschen als unangebracht wahrgenommen werden oder für sie sogar schädlich sind. Selbstbeobachtung umfasst die Menge von Zuständen und Verhaltensweisen des Körpers, der Gefühle und Gedanken in Beziehung mit der Umwelt und den Menschen, die darin leben. Erst dann, wenn wir selbst sehen, wie automatisch, unbewusst und reaktiv all diese inneren Erfahrungen sind, haben wir die Freiheit, aktiv zu wählen, wie wir uns und was wir für uns selbst, Andere und das Göttliche manifestieren.

Dienst an Anderen ist eine Qualität der Seele, die es vorzieht, sich um die Wohlfahrt von Anderen zu kümmern, als um die unserer selbst. Dies bedeutet zu geben, wenn darum gebeten wird, mit so wenig Selbstbezogenheit wie möglich dabei. Dies ist unser ultimatives Ziel: für Andere, für Gott, in Christus, zu leben.